„Was also ist Zeit?“

im ElbauenPark

In den letzten Tagen meines Hierseins eröffnete sich mir ein weiters Highlight Magdeburgs. Einer der an der Projektierung des ehem. BUGA-Geländes und des Jahrtausendturms  beteiligten Bauingenieure, Michael Spangenberg begleitete mich durch den ElbauenPark und verschaffte mir einen mich faszinierenden Einblick in das dort entstandene … wieder ein Herzschlag mehr, der höher schlägt für Magdeburg mit seinen Möglichkeiten!!!!

Michael Spangenberg

Michael Spangenberg und Cornelia Heyse

Ich denke ans Wiederkommen und ich denke daran, wie großartig es ist oder sein könnte – in dieser Stadt als junge Familie zu leben, Kinder aufwachsen zu lassen. Sie haben nicht nur die innerstädtische und stadtnahe Natur – Freiräume, neben den vielen angelegten Spielplätzen, die mir auffielen, sie haben auch Möglichkeiten Kultur und Bildung im sinnlichen Erfahren zu erleben. Dieser 60m hohe Jahrtausendturm mit seinen fünf bzw. sechs Erlebnisebenen ist einzigartig! Es war mir nur möglich, hineinzuschnuppern in das so einladend zusammengetragene Welten-Wissen. Auch die Gärten der Sinne konnte ich nicht fürs längere Verweilen nutzen aber alles hatte doch den einzigen „End-Sinn“, eine neue Sehnsucht zu provozieren- die Sehnsucht nach Wiederholung für ein tieferes Eindringen in diese Vielfalt der Angebote des ElbauenParks gesamt wie im speziellen den Jahrtausendturm auf  dessen Flyer es richtig heißt:
Geschichte lebendig-Wissenschaft hautnah /

im ElbauenPark

im ElbauenPark

im ElbauenPark

Vom Rad bis zur Dampfmaschine, von der Wasseruhr bis zum Computer – was die Menschheit in den letzten 6000 Jahren technisch bewegt hat – hier wird es lebendig. Hereinspaziert und STAUN DICH SCHLAU!

Wenn das keine Aufforderung zum immer Wiederkommen ist …?!?!

leidenschaftlich…

Obwohl‘s Ihn gar nicht geben soll
Bedank ich mich
So oft am Tag
So manche Stunde
Tauch ich ins Meer
Schwimme in die Weite
Hör ich den Vögeln zu
Dem Bäumerauschen
Atme den Nieselregen
Seh die Sonne auf und untergehen
Und alle Wunden
Alle Narben an meinem Leib
In meiner Seele
Danke sag ich
Lieber Gott
Danke für dies Leben !

Nele Heyse
Gestern Sonntag 08.09.2019 las ich in der sich im Stadtteil Sudenburg befindlichen St. Ambrosius-Kirche aus meinem: Doppelt verdienten Glück.

Im Kirchturm von Molmerswende

St. Ambrosiuskirche

Auf diesen neugotischen Bau wurde ich aufmerksam, als ich eine Voraufführung von Susanne
Bards Lotte- Lenya -Abend in der unweit gelegenen Spielstätte ‚Feuerwache‘ besuchen wollte.
Ich ließ mir die Geschichte des Ortes erzählen und da es mich immer berührt, wenn ich von
Bemühungen erfahre, die gegen Wunden und Narben der Vergangenheit kämpfen, bot ich mich
an, meinen geringen Möglichkeiten entsprechend, einen Beitrag zu leisten. So entstand die Idee
einer Benefizlesung. Da sich die Kirche noch angenehm füllte, hoffe ich auch, dass es Spenden
gegeben hat für die weitere Fassadensanierung der Ambrosius-Kirche. Dass dieser Ort lebt,
leben kann und Zukunft hat, wird die Veranstaltung, die dort nicht etwa die erste gewesen ist und
musikalisch von Petra Barthel umrahmt wurde, auf jeden Fall gezeigt haben. Ich habe mich auch
gefreut, den Alt-Magdeburger Wolfgang Schreiber unter den Zuhörenden gehabt zu haben. Die
Begegnung mit ihm würde ich gern noch einmal extra würdigen. Leider habe ich nicht so viele
Magdeburger kennengelernt, die für ihre Stadt ähnlich brennen. Doch gibt es sie. Der wohl älteste
leidenschaftliche Liebhaber und Kenner seiner Stadt ist für mich Wolfgang Schreiber.

Leidenschaftlicher Magdeburger Chronist und Reimer
Herr Wolfgang Schreiber

Er ist unfassbare 86, beinahe schon 87. Seinem Namen alle Ehre machend, beschreibt er seit
Jahrzehnten die Elbestadt in Reimen, scheint fast alles von ihr und um sie zu wissen, bietet sich als Stadtführer an und geht mit Programmen in Einrichtungen der Stadt – auch Krankenhäuser
und Heime- wo es Bedürftige gibt, die er aufzumuntern sich – gemeinsam mit zwei Mitstreitern –
zur Aufgabe macht. Er hat mir einen Schwung seiner gereimten Texte überlassen, auch eine Kunst, die heute kaum noch jemand beherrscht. Ich ziehe den Hut vor so einem Mann und hoffe,
ihn noch wenigstens einmal in Magdeburg zu treffen.

Aber erst einmal muss ich weiter die Mitlesenden an meinem Lesemarathonfest vorstellen.

 

Marian Kindermann und Friederike Walter

Den Magdeburger Theatergängern ist Marian Kindermann ganz sicher ein Begriff und eine
Erinnerung an besondere Schauspielkunst. Ich erlebte ihn hier während meiner Amtszeit als
Stadtschreiberin in Ayckbourns Komödie „Ab jetzt“ und Gorkis Drama „Nachtasyl. Bekannt war
Marian Kinsermann mir aber schon länger. Vor einigen Jahren spielte er die männliche Hauptrolle
in dem Kinofilm „Das Hochzeitsvideo“ in dem mein Mann als sein Schwiegervater besetzt war.
Matthias war nicht nur von Marian Kindermanns schauspielerischer Begabung und seinem
Partnerspiel angetan, er überzeugte ihn in den Pausen und nach Drehschluss als Mensch und
Charakter, was wir beide als einen sehr sehr wichtigen Aspekt für ein Künstlerleben ansehen. Als
ich Marian hier in Magdeburg auf der Bühne in einer Inszenierung erleben konnte, die mich
begeisterte, war es ein leichtes Matthias dazu zu bewegen, extra wegen dieser Vorstellung
anzureisen, um auch Marian in: „Ab jetzt“ zu erleben…

photo © Christian Hartmannn

Ich bin glücklich und dankbar, dass er am 28. – 29.09. mitlesen wird. Er passt perfekt auf
die Figur des Hauptplots dem icherzählenden Schriftsteller Konstantin.
Am 29.09. wird er ein ganzes Kapitel etwa um 17 Uhr übernehmen.
Aber auch die Figur des Sascha, die ich meinen Schriftsteller erfinden ließ, wird er gleich am
ersten Tag lesen.

„Sascha träumt vom Vergessen“ heißt die Geschichte und wird von Marian Kindermann am
28.09. wahrscheinlich so gegen 15.30 Uhr gelesen.
Diese Geschichte hat einen zweiten Teil, komplett heißt sie: Sascha träumt vom Vergessen – Jana nicht

Dann kommt die Geschichte: Jana lacht
Und für die konnte ich die Schauspielerin und Sängerin Fridericke Walter gewinnen.

photo © Jens Wolf

Ich habe Friederike Walter kennengelernt in: Olvenstedt probiert’s und werde sie im September
als Gretchen im Faust erleben, was im Forum Gestaltung wieder aufgenommen wird.

Über Friederike habe ich in diesem Blog schon geschrieben. Sie gehört für mich zu den Frauen,
die nicht nur äußerlich schön sind sondern vor allem durch ihre inneren Werte „leuchten“. Sie hat
sich charakterlich – vom sicher schon frühen Geschenk ihrer Schönheit – nicht verderben lassen.
Im Gegenteil: ihre Menschenliebe und Hilfsbereitschaft erwärmen die Herzen.

Schön, dass sie dabei ist am 28.09. etwa 16 Uhr im Anschluss an Marian Kindermann
Inhaltlich wäre es aber von Vorteil, in dem Falle die ganze Geschichte also beide miteinander zu
hören: Marian Kindermann und Friederike Walter
28.09. um 15.30 Uhr

Wer liest noch? Matthias Brenner.

Matthias ist Schauspieler, Regisseur und zur Zeit Intendant des Neuen Theaters in Halle.
Matthias und ich sind seit 1991 ein Paar. Einige Jahre hat er als Regisseur auch in Magdeburg
gearbeitet (u. a. Die Musicals „Fame“; „Hair“ und „Jesus Christ“ oder „Effie Briest“ im Schauspiel).
Damals besuchte ich ihn — weil beruflich an anderen Häusern beschäftigt — immer nur zu den
Premieren. Das war viel zu kurz, um mich von der Stadt faszinieren zu lassen. Magdeburg ist eben die Stadt auf den 2. und manchmal sogar erst 3. Blick — aber dann lässt sie einen nicht mehr los.
Einem breiteren Publikum ist Matthias Brenner vielleicht durch seine Mitwirkung in der mit dem
Grimmepreis ausgezeichneten Serie: „Club der roten Bänder“, der ARD Produktion „Charité“
oder als Pathologe im Bremer Tatort bekannt. Mein Lieblingsfilm mit ihm ist der Studenten-Oscar
prämierte Kurzfilm: „Von Hunden und Pferden“ (Geschichte von Clemens Meyer). Übrigens im
letzten Jahr ist er auch ausgezeichnet worden für einen Kurzfilm (Der Besuch), in dem ich an
seiner Seite die Ehefrau spielte.

In Matthias habe ich einen leidenschaftlichen Mitstreiter und Mitlesenden meiner Texte. Da er sich während der Sommerferien mit meinem Manuskript befasste und sich dabei dermaßen vom Inhalt und den Figuren fesseln ließ, dass er immer wieder darauf zu sprechen kam, entwickelten sich bei mir Gedanken vom Weiterschreiben! Ja, warum nicht? Das Ende des Romanmanuskripts „Zerbrechliche Welten – Gott, ist die Schöpfung schön“ beschreibt einen Status Quo. … Doch …
Die Hauptpersonen leben, lieben, agieren ja weiter. Es könnte gut einen zweiten Teil geben und
warum soll in dem nicht auch Magdeburg eine bedeutendere Rolle zukommen? Alles offen …

Matthias Brenner liest voraussichtlich gleich am ersten Tag in der zweiten Runde
28.09. um 14 Uhr das Kapitel: „Könnte ich mit Engelszungen reden…“

Am Abend des 28.09. lesen wir zum Abschluss des ersten Tages gemeinsam 20Uhr „Aufbruch im Schnee – beginnend weit nach Mitternacht im Bett einer in die Jahre gekommenen Ehe“
… eine der Geschichten, die der Icherzähler – Hauptprotagonist erfindet und niederschreibt, um
seine Frau für sich zurückzugewinnen.

Am 29.09. um 18 Uhr wird Matthias Brenner das Kapitel: „Wäre das Leben ein Roman“ lesen
Nach der Lesung wird er sich an den musikalischen Beiträgen beteiligen und gemeinsam mit
Martin Reik singen …

Wer liest mit beim MarathonLeseFest vom 28. – 29.09.2019

Hier stelle ich nun nach und nach die Mitlesenden unseres Lesemarathonfests am 28.-29.09.2019 im Forum Gestaltung Magdeburg vor:

Ulrike Krumbiegel

Ulrike Krumbiegel und ich sind beste Freundinnen seit 39 Jahren. Damals kam sie ans Staatstheater Schwerin als Anfängerin, wo ich schon engagiert war. Bei der Leseprobe unseres
ersten gemeinsamen Antike- Projekts — sie spielte die Iphigenie, habe ich mich schlagartig von
ihrer Stimme und von ihren braunen Augen faszinieren lassen. Sie erinnerte mich an die Jugend und Theateraufnahmen meiner damals schon verstorbenen Großmutter, die klein und zart aber mit einem überwältigenden Alt als Opernsängerin und Schauspielerin in ihrer Karriere sowohl die Carmen gesungen wie auch das Gretchen gespielt hatte.

Ulrike und ich spielten im folgenden in Lessings „Minna von Barnhelm“ Minna und Franziska
miteinander und befreundeten uns so eng miteinander, dass auch die spätere räumliche Trennung
dieser Freundschaft nichts anhaben konnte. Ulrikes frühe Karriere bei Film, Fernsehen und am
bedeutenden Deutschen Theater Berlin erlaubte es ihr, schon zu DDR- Zeiten mich, die ich 1984
in die BRD ausgereist war und nach Basel engagiert wurde, in der Schweiz zu besuchen. Nach
der Wiedervereinigung ließ Ulrikes Treue keinen der Spiel- Orte aus, an die es mich verschlagen
hatte und so saß im Publikum in Bremen, Leipzig, Bozen, Zürich, München, Freiburg und Tel Aviv.
Natürlich erlebte sie auch: „Olvenstedt probiert’s“ im Forum Gestaltung Magdeburg.

Um die Jahrtausendwende, als auch ich am DT engagiert war, standen wir sogar noch einmal
gemeinsam auf der Bühne. Wir spielten in der Thomas Langhoff Inszenierung von „Onkel Wanja“
— zusammen Sonja und Jelena…

Und nun lesen wir zusammen am Sonntag 29.09. etwa um 15 Uhr wird es so weit sein, dass die
Lesung zu der Geschichte vorgedrungen sein wird:
Tränen habe ich nicht mehr, Schreie hatte ich nie, jetzt kommen die Worte …
Wir haben sie im Sommer schon mal zusammen probiert auf Usedom.
Doch am 28. – 29. September wird Ulrike auch zwei weitere längere Abschnitte allein lesen …
gleich in der ersten Stunde (also etwa 12.30 Uhr) eine Geschichte: Ava.

Am 29.09. wird sie in der letzten Runde Avas Geschichte zu Ende lesen (voraussichtlich gegen 19
Uhr) vorher waren wir wie gesagt gegen 15 Uhr gemeinsam dran.

Ja, alles ist durchdacht — wobei: es wird ein Menschenlesefest und da kann auch mal was
menschlich mit der Planung durcheinander gehen …

Die Stunden fliehen

Heute in einem Monat , also am 30. September wird meine definitiv letzte Lesung als amtierende Stadtschreiberin im Magdeburger Literaturhaus stattfinden.
Da ich gestern zur Eröffnungsveranstaltung der Literaturwochen im Gesellschaftshaus erfuhr, dass diese unter dem Thema Paare und Paarschaften stehen, habe ich mich entschlossen, eine
Geschichte aus meinem Romanmanuskript „Zerbrechliche Welten- Gott, ist die Schöpfung schön“ zu wählen, die sich darauf bezieht. Ich habe das Glück, dass mich mein Mann, der Schauspieler Matthias Brenner dabei unterstützen kann. Wir werden also beide eine Paarbeziehung lesen:

„Aufbruch im Schnee“ heißt sie – beginnend weit nach Mitternacht im Bett einer in die
Jahre gekommenen Ehe…

Das hat nun nicht unbedingt direkt etwas mit Magdeburg zu tun — aber es gibt ja im Anschluss
sicher ein Gespräch und da kann ich gern erzählen zu meiner Zeit hier.

Es fällt mir schwer an den Abschied zu denken— aber alles ist endlich und die Abschiedsglocken werden bald läuten …

Den Fahrradweg vom Gesellschaftshaus zurück an der Elbe gestern Abend unterbrach ich öfter
und ließ ihn zum unvergesslichen Erlebnis werden. Nächtliche Hochsommer- Atmosphäre an der Elbe – überwiegend junges oder junggebliebenes Leben, buntes Leben, beinahe so, wie ich es aus meinen Jahren in Basel am Rhein kenn. Auch da hörte ich Vielsprachigkeit und erlebte dieses friedliche Nebeneinander-Genießen. Der Fluss verbindet, die laue Nacht das ganz in der
Gegenwart – Verweilen …

Schönes Magdeburg!

Meine nächsten Termine in Magdeburg
08.09.2019 um 18.00 Uhr
Benefizlesung
„Doppelt verdientes Glück“
Titelgeschichte des im März erschienenen Geschichten und Gedichtebuches von mir
18 Uhr in der St. Ambrosius Kirche (Sudenburg)

11.09.2019 um 19.00Uhr
kubus 2025/ Fürstenwallstraße 11 hinter dem Kunstmuseum
„Tränen habe ich nicht mehr, Schreie hatte ich nie, jetzt kommen die Worte“
Eine noch unveröffentlichte Geschichte die zu meinem In Magdeburg entstandenen
Romanmanuskript gehört.